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  Zusammenfassungen des Jahrbuches Nr. 91 (2008)

 

 
   

Thomas Scherer und Philipp Wiemann
Freienbach SZ-Hurden Rosshorn: Ur- und frühgeschichtliche Wege und Brücken über den Zürichsee

     

Pierre Corboud et Christiane Pugin
L'organisation spatiale d'un village littoral du Bronze ancien lémanique: Préverenges I VD

     
 

Clément Hervé
La céramique gallo-romaine de la colline de la Cité à Lausanne. Témoignage sur l'évolution de la ville aus Bas-Empire

     
 

Frank Siegmund
Zwei Jahrzehnte Fundmeldungen im Jahrbuch SGUF

 

Thomas Scherer und Philipp Wiemann

Freienbach SZ-Hurden Rosshorn: Ur- und frühgeschichtliche Wege und Brücken über den Zürichsee


Seit der Entdeckung der Fundstelle Freienbach SZ-Hurden Rosshorn im Jahr 1998 hat sich die Vorstellung von der verkehrs- und siedlungstopographischen Situation am oberen Zürichsee in ur- und frühgeschichtlicher Zeit grundlegend verändert. Im Bereich der Seeenge zwischen Rapperswil SG und Hurden SZ wurden mehrere Pfahlstellungen dokumentiert, welche zu mindestens sieben seequerende Verkehrseinrichtungen unterschiedlicher Art und Zeitstellung gehören. Im Zusammenhang mit gleichzeitigen Siedlungen ergibt sich vor allem für die bronzezeitlichen Übergänge eine Konstellation, die der Fundstelle überregionale Bedeutung verleiht. Unterstrichen wird dies von einem auffälligen, bronzezeitlichen Fundensemble, welches einen rituellen Aspekt der Anlagen zu reflektieren scheint. Zusammen mit den jüngeren, im Bereich der Engstelle dokumentierten Befunden und Funden zeigt sich die wiederholte Nutzung sowie besondere Bedeutung der Engstelle zwischen Hurden und Rapperswil.


Jahrbuch Archäologie Schweiz
91, 2008, 7–38.

 


Pierre Corboud et Christiane Pugin

L'organisation spatiale d'un village littoral du Bronze ancien lémanique: Préverenges I VD


Die frühbronzezeitliche Fundstelle Préverenges I liegt im Genfersee, im Ostteil der Bucht von Morges. 2001–2003 wurden Pfosten geborgen, die 1999/2000 unter dem Sturm „Lothar“ gelitten hatten. Die Dendro-Analyse enthüllt das Vorhandensein zweier Phasen mit einem Abstand von 129 Jahren.

Die 14 Häuser, der ersten Periode (1780/79–1758 v.Chr.) folgen sich im Abstand jeweils eines Jahres. Sie waren 4–5?8–14 m gross, zweischiffige und umfassten 6 Joche; sie bestanden jeweils rund 20 Jahre. Die 6–9 Häuser des jüngeren Dorfs (1629–1617/16 v.Chr.) waren mit 4.5–6?9 m kleiner, im Übrigen jedoch jenen der Vorgängersiedlung ähnlich; sie bestanden aber nur 3–6 Jahre.

Préverenges I ist heute das einzige vollständig dendrodatierte Dorf am Genfersee. Ihm am ähnlichsten sind die Siedlungen Morges VD-Les Roseaux, Sévrier-Les Mongets (Lac d’Annecy, F) und die beiden frühbronzezeitlichen Dörfer von Concise VD-Sous Colachoz (Neuenburgersee). In ihrer Architektur unterscheiden sich die Häuser von Préverenges I von jenen an den Ostschweizer Seen.

 

Jahrbuch Archäologie Schweiz
91, 2008, 39–58.

 


Clément Hervé

La céramique gallo-romaine de la colline de la Cité à Lausanne. Témoignage sur l'évolution de la ville aus Bas-Empire

 

Die Keramik von der gut 2 km nordöstlich des Vicus von Lousonna-Vidy gelegenen, mit der Kathedrale bekrönten colline de la Cité bezeugt, dass hier während der ganzen Zeit der römischen Herrschaft Menschen anwesend waren. Die spärlichen Funde der frühen Kaiserzeit beweisen indessen weder eine durchgehende Belegung noch zeigen sie, welche Funktion die mit dem Vicus am Genferseeufer zeitgleiche Siedlung auf der colline hatte. Der hohe Anteil an Keramik des 4./5. Jh. sowie ein auf der colline entdecktes grosses Gebäude bezeugen immerhin die Bedeutung der hiesigen Ansiedlung in der Spätantike.

Die vorliegende Studie enthält einen homogenen Katalog der Keramik. Besonders wichtig sind die Objekte des 4./5. Jh., denn spätantike Komplexe sind bisher nur wenige vorgelegt. Der Artikel liefert zudem Elemente, welche die Entwicklung der Agglomeration Lausanne und darüber hinaus der Westschweizer Städte von der Spätlatènezeit bis ins Frühmittelalter erhellen.

 

Jahrbuch Archäologie Schweiz
91, 2008, 59-88.

 


Frank Siegmund

Zwei Jahrzehnte Fundmeldungen im Jahrbuch SGUF

 

Das Jahrbuch SGUF/AS veröffentlicht jährlich nach Informationen aus den Kantonen eine Übersicht über im zurückliegenden Jahr untersuchte Fundstellen, zuletzt ca. 300 Meldungen auf 85 Seiten. Diese Beiträge werden wesentlich von den Kantonsarchäologien bestimmt; der Leser erfährt das, was dort als wichtig erachtet wird. Die Zahl der Texte pro Kanton ist unterschiedlich. Die Unterschiede lassen sich nicht allein mit dem Entdeckungspotential eines Kantons erklären, wie es aus seiner archäologierelevanten Fläche, dem Autobahnbau, der Bevölkerungszahl und seiner Finanzkraft geschätzt werden kann. Ein Vergleich mit den Regesten der Reihe SPM zeigt, dass die Unterschiede zwischen den Kantonen jenen im Jahrbuch ähneln.

Der Anteil der Fundberichte für die Epochen Urgeschichte, Römerzeit und Mittelalter liegt im Mittel bei 41%, 33% und 26%. Die Anteile in den einzelnen Regionen weichen davon ab, wobei diese Abweichungen in vielen Kantonen über die letzten 20 Jahre hinweg eher stabil waren.

 

Jahrbuch Archäologie Schweiz
91, 2008, 89-98.

 


 

 
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