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  Zusammenfassungen des Jahrbuches Nr. 90 (2007)

 

 
   

Patrick Gassmann
Nouvelle approche concernant les datations dendrochronologiques du site éponyme de La Tène (Marin-Epagnier, Suisse)

     

Martin Bossert
Quatre sculptures en pierre provenant de Nyon - nouveaux aspects de la sculpture figurée dans la Colonia Iulia Equestris

     
 

Adriano Boschetti-Maradi
Bauforschung und Archäologie in der Schweiz

 

Patrick Gassmann

Nouvelle approche concernant les datations dendrochronologiques du site éponyme de La Tène (Marin-Epagnier, Suisse)


Die Grabungen von 2003 in La Tène lieferten Material für neue Datierungen, und sie waren der Anlass dafür, alte Dendroresultate zu überprüfen. Bei manchen Hölzern erwies sich die alte Datierung als richtig, bei anderen wurde sie korrigiert.

Weil wichtige Bauhölzer im sog. Pont Vouga fehlen, muss das Bauwerk derzeit als dendrochronologisch nicht datiert gelten.
Der Pont Desor darf wegen der erzielten Resultate — zwischen 660 und 655 v.Chr. — als eine der ältesten Brücken Europas bezeichnet werden.

Beim 1913 entdeckten Eichenschild wurden zwei Originalteile dendrochronologisch neu gemessen und richtig auf dem damals erstellten Gipsabdruck platziert, was präzisere Aussagen zur Herstellungsweise dieser Schutzwaffe erlaubte. Indem man ermittelte, um wie viel die im Frühjahr gebildeten Holzzellen Die ursprüngliche Dicke der zwei verwendeten Eichenbretter konnte durch Messen der im Frühjahr gebildeten und durch die Einlagerungsbedingungen der Bretter deformierten Holzzellen hergeleitet werden.


Jahrbuch Archäologie Schweiz
90, 2007, 75–88.

 


Martin Bossert

Quatre sculptures en pierre provenant de Nyon - nouveaux aspects de la sculpture figurée dans la Colonia Iulia Equestris


Drei Neufunde und ein Altfund aus Nyon erweitern unsere Kenntnis der Skulpturenproduktion von Iulia Equestris. Ein archaisierender Kalksteinkopf des Jupiter Ammon stammt von einer Statue, die wahrscheinlich an einem öffentlichen Ort stand. Sie entstand im 2. Viertel des 1. Jh. n.Chr. in einer lokalen Werkstatt und zählt zu den besten und frühesten Arbeiten.

Ein stilisierter Löwenkopf aus Kalkstein mit Resten eines Wasserkanals stammt von einem Wasserspeier. Zu vermuten ist eine Anbringung am Dachrand eines öffentlichen(?) Gebäudes.

Ein freiplastischer Ziegenkopf aus Carrara-Marmor mit betonter Schauseite ist wohl Teil eines bukolischen Reliefs. Das italische Importstück des frühen 2. Jh. n.Chr., das einen Capriden mit reitendem Bacchuskind oder Eroten darstellte, zierte wohl einen privaten Garten.

Die Faltenreste auf einem Reliefplattenfragment aus selten verwendetem Gipsgestein stammen wohl von einem Tropaion (Siegesmal). Die verzierte Platte aus der 1. Hälfte des 1. Jh. n.Chr. wird zu einem Triumphalrelief in offiziellem Kontext gehört haben.

 

Jahrbuch Archäologie Schweiz
90, 2007, 89–102.

 


Adriano Boschetti-Maradi

Bauforschung und Archäologie in der Schweiz

 

Bauforschung wird in der Schweiz vorwiegend im Rahmen der Mittelalter- und Neuzeitarchäologie betrieben. Weil die ehemalige SGUF seit 2006 «Archäologie Schweiz» heisst und neu auch Mittelalter- und Neuzeitarchäologie einschliesst, stellt der vorliegende Beitrag Situation und Geschichte der Disziplin in der Schweiz kurz vor. Der Forschungszweig befasst sich mit Bauwerken aller Art und untersucht diese unter anderem anhand von Stratigrafie, Dendrochronologie und Funden. In der praktischen Tätigkeit vieler kantonalen Fachstellen ist er mit der Archäologie verbunden.

Wie die Archäologie hat die Bauforschung ihre Wurzeln in der Altertumskunde des 19. Jh. ihre gemeinsamen Wurzeln. Die volkskundliche Hausforschung ist ein zweites Standbein.

Der Forschungszweig wird — zwar nicht am aufgehenden Bestand, sondern im Boden —auch im Rahmen der Ur- und Frühgeschichte betrieben. Ergebnisse der Bauforschung an mittelalterlichen und neuzeitlichen Gebäuden können für die Deutung oft rudimentär erhaltener prähistorischer Bestände aufschlussreich sein.

 

Jahrbuch Archäologie Schweiz
90, 2007, 103-115.

 

 

 

 

 
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