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In den letzten 20 Jahren kam es im Kanton Zug zu einer markanten Zunahme neuer Fundstellen. Dies ist auf die Institutionalisierung der Kantonsarchäologie und der damit verbundenen Intensivierung der Prospektion zurückzuführen, im Umfeld einer starken Bautätigkeit.
Unter dem Fundmaterial fanden sich einige bemerkenswerte
Objekte, so beispielsweise eisenzeitliche Importgüter
aus dem Süden, welche in den Gemeinden Baar und Zug zum
Vorschein kamen. Sie zeugen von einer Fernhandelsroute, welche
durch den Kanton Zug führte. Zudem lassen die in Baar
aus dem Schwemmkies der Lorze stammenden Einzelfunde die Vermutung
zu, dass es sich dabei um absichtlich in der Lorze versenkte
Fundobjekte handelt.
Der vorliegende Artikel ist eine Materialvorlage, grösstenteils
von Neufunden, welche auf einer Lizentiatsarbeit basiert .
Die siedlungsarchäologische Auswertung wird nur ansatzweise
besprochen.
Jahrbuch Archäologie Schweiz
89, 2006, 137-164.
Im April 2000 wurde im Bereich der vorgesehenen Erweiterung
des Kalksteinbruchs von Cornaux NE-Le Roc sondiert. Dabei
wurde eine archäologische Fundstelle entdeckt, sich als
so bedeutend erwies, dass mit Einverständnis der betroffenen
Firma auf einer Fläche von 600 m2 eine dreimonatige Rettungsgrabung
durchgeführt wurde.
Der vorliegende Artikel präsentiert die Resultate aus
der Analyse der umfangreichsten Objektgruppe, der rund 260
kg HaC-zeitlichen Keramik. Wohl fehlen Strukturen völlig;
angesichts der exponierten Lage der Fundstelle auf dem höchsten
Gipfel der Roches de Châtoillon, auf 674 m ü.M.,
besteht aber kein Zweifel, dass die Keramik absichtlich dort
deponiert oder weggeworfen wurde. In welchem Zusammenhang
oder unter welchen Umständen dies geschah, bleibt zu
erforschen; zur Zeit gehen wir von einer zeremoniellen Funktion
des Platzes aus.
Jahrbuch Archäologie Schweiz
89, 2006, 165-188.
Gefügekundliche Untersuchungen an frühbronzezeitlichen Randleistenbeilen des Depotfundes von Sennwald SG-Salez erlaubten — über die reine Materialzusammensetzung hinaus — Rückschlüsse auf die Guss- und Schmiedetechnik sowie auf den Kenntnisstand der damaligen Metallhandwerker.
Die Beile von Sennwald-Salez selbst und jene des nach ihnen
benannten Typs Salez bestehen aus Fahlerzkupfer, das in unterschiedlicher
Höhe Nebenelemente wie Antimon, Arsen, Nickel und Silber
enthält. Sie sind also — anders als zum Beispiel
die Beile des Typs Neyruz in der Westschweiz — nicht
mit Zinn legiert. Es wird diskutiert, wie sich das gewählte
Rohmaterial auf den Herstellungsprozess und die Eigenschaften
der Beile auswirkte. Dabei wird klar, dass Fahlerzkupfer entgegen
einer verbreiteten Meinung nicht etwa eine minderwertige Alternative
aus der Frühphase der frühbronzezeitlichen Metallurgie
vor dem Aufkommen der Zinnlegierung sind. Vielmehr erweist
sich dieses Material als für die Herstellung von Geräten
oder Waffen gut geeignet und zumindest für einen Übergangszeitraum
als gleichwertige Alternative zur Zinnbronze.
Jahrbuch Archäologie Schweiz
89, 2006, 189-201.
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